Schließe ich die Augen

Schließe ich die Augen,
spüre ich deine Haut,
über die meine Finger zärtlich gleiten,
seh deine Augen,
wie sie mich anlächeln,
spüre ich deine Lippen,
den warmen, nicht enden wollenden Kuß.

Doch öffne ich sie wieder,
vorbei der Traum,
dann ist da nichts,
nur die graue Welt um mich herum,
denn du bist schon lange fort.

Geblieben ist nur die Erinnerung an dich,
von der ich nun zehre.

Frankfurt, 03.05.2000

Nie Ohne

Wie die Strahlen der Sonne wärmend meine Haut berühren,
so streift der Gedanke an dich durch mein Gehirn,
zaubert ein Lächeln auf mein sonst so ernstes Gesicht,
läßt meine Augen strahlen.

Du hast es mir gezeigt,
das verloren geglaubte Paradies,
Hoffnung kehrte zurück,
und mit ihr der Glaube,
der Glaube an eine Zukunft.

Doch ganz weit hinten,
in eine dunkle Kammer verbannt,
lauert die Angst.
Laß sie uns gemeinsam vergessen,
sie auf immer besiegen.

Ich will mit dir sein,
nie ohne …

Herford, 18.04.2000

Ein grauer Tag

Ein grauer Tag
… liegt hinter mir,
die Sonne, ungesehen hinter Wolken versteckt,
die trockene Hitze der Heizung mich nicht zu wärmen vermochte.

Jetzt müsste die Sonne eigentlich untergehen,
das Grau des Tages wird dunkler,
verendet in einem schmutzigen Schwarz,
doch wo ist das strahlend Rot,
wo der Feuerball am Horizont ?

Grau in grau die Welt,
und kein Lächeln sich auf mein Gesicht verirrt.

Herford, 09.03.2000

Nebel

Der Nebel kriecht langsam vom Bach empor,
zieht Meter für Meter über das kurze Grass,
deckt wie ein Laken das Grün zu,
verbirgt es vor der Sicht der Lebenden.

Nur die Bäume, alt und knorrig,
wie tote Finger aus der wogenden Masse ragen,
leicht im Wind sich wiegend,
ein schwarzer Vogel sitzt auf einem Ast.

Das Holz knarrt, der Vogel schwingt sich empor,
unter ihm die Leiche am Stricke sich dreht,
letzte Nacht war der junge Körper noch voller Leben,
doch das ist vergangen,
so wie die Liebste gegangen wart‘,
langsam und qualvoll.

Und ohne sie mocht er nicht mehr sein …

Herford, 17.02.2000

Die Maske fällt

Hatte mich so gut versteckt,
hinter einer Maske aus Gleichgültigkeit,
niemand sollte meine Gemütsregungen sehen.

Hatte mich gepanzert,
mit einer Rüstung aus Abstand
niemand sollt mir jemals wieder weh tun können.

Es hat funktioniert,
ich war sicher,
das Herz wurde kalt,
keine Schmerzen, nur noch Dumpfheit mich umgab.

Doch dann kamst du,
ich fühlte mich sicher,
in meiner Rüstung, mit meiner Maske.

Doch dann kam dieser eine Tag,
als wir uns sahen in die Augen sahen,
ganz nah,
konnte deinen Atem spüren,
mein Herz fing Feuer,
meine Wachsamkeit liess nach,
ich sah die Liebe,
die Wärme in deinem Blick.

Tränen liefen über meine Wangen,
die Maske rutschte auf ihnen zu Boden,
die Rüstung legte ich schließlich selber ab.

Das Versteckspiel hat nichts gebracht,
dir und mir kann ich nicht entkommen.

Hamburg, 19.10.1999

Zweisamkeit

Gemeinsam,
auf den Straßen,
in den Parks,
zu Hause im Bett.

Menschen sind nicht gern allein.

Sie scheuen das Alleinsein,
wie die Dunkelheit
und die Kälte.

Doch du magst die Schwärze der Nacht,
das Alleinsein.
Nur die Kälte
und die Einsamkeit,
die magst du nicht.

Und so sehnst du dich,
wie sie,
nach Liebe,
nach Geborgenheit,
nach der Wärme einer anderen Person.

Nur hast du Regeln nie gelernt,
keiner hat es dir je gezeigt,
und so läufst du ihr hinterher,
deiner Sehnsucht.

Hamburg, 18.08.1999

Mit dem Frühling kommt die Angst

Der letzte Schnee schmilzt
in der wärmer werdenden Sonne.
Vorsichtig sprießt das erste Grün auf den Wiesen,
die Vögel beginnen leise zu singen,
das Wasser des Flußes wirkt irgendwie klarer.

Und doch, die Angst bleibt.

Die Winter geht,
der Frühling kommt.
Paare gehen Hand in Hand durch den Park,
die Bäume noch kahl und tot,
doch der Boden langsam ergrünt.
Aufgeregt schnatterend fliegen die Enten in den Himmel.

Wäre da nicht diese Angst.

Zwei Schwäne gleiten gemeinsam über den Teich,
der Wind durch die kahlen Äste streift,
ein Hund am Wegesrand liegt und die warme Sonne genießt,
niemand kann die Atmosphäre in Worte fassen.

Doch was bleibt ist die Angst,
daß die Natur aufgeben könnte
und die Bäume nicht mehr ergrünen,
sie so tot und kahl bleiben,
wie sie es die letzten Monate waren.

Jeden Frühling schaue ich auf die Bäume
und hoffe auf eine neue Chance.

Bielefeld, 24.06.1999

Was mir fehlt

Es ist nicht dein Körper der mir fehlt,
nicht die Nächte voller Sex,
nicht die gemütlichen Abende mit einer Flasche Wein,
nicht deine strahlenden Augen
und auch nicht die Berührung deiner zarten Haut.

Es ist deine Schulter,
an die ich mich anlehnen konnte,
wo ich weinen konnte,
ohne Spott, ohne Reue,
wo ich, ICH sein konnte,
ohne jemanden spielen zu müssen,
es ist das Verständnis,
das ich vermisse.

Meine Tränen werden nun allein vergossen,
in der Dunkelheit meiner Nächte,
doch es ist niemand da,
der sie sieht.

Bielefeld, 07.11.1998

Dein Lächeln

Dein Lächeln,
tat einmal gut.

Doch jetzt …

Eine Berührung deiner Hand
löste wirre Gefühle in mir aus,
hat mich vollkommen aus der Bahn geworfen,
doch jetzt …

Habe gerne mit dir gesprochen,
geredet
oder diskutiert.

Doch jetzt …

Jetzt weiß ich,
denn du hast es mir gesagt,
keine Chance,
keine Hoffnung,
nur grauer Alltag,
denn dein Lächeln,
deine Worte,
deine Liebe gilt nicht mir.

Wie kannst du mir so etwas erzählen
und dann noch auf Verständnis hoffen ?

Und doch,
der Funke,
die Flamme des Lebens,
der Funke der Liebe ist in mir noch nicht erloschen.

Bielefeld, 16.06.1998

Liebeskummer

Ich wünscht,
ich hätte ein wenig Liebeskummer.
Dann könnte ich weinen,
in Sehnsucht zerfliessen.

Doch da ist nichts,
nichts worum es sich zu trauern lohnen würde.
Mein Herz ist leer,
die Hoffnung längst dahin.

Ich wünscht,
ich könnte wieder lieben.
Ehrlich und ohne Argwohn,
naiv und ohne Angst,
vergessen all die Narben …

Bad Pyrmont, 24.01.2004

Such nicht …

Such nicht nach Worten der Trauer,
nach Worten des Bedauerns,
nach Erklärungen,
nach Gründen.

Du wirst sie nicht finden,
nicht hier,
nicht heute,
nicht jetzt.

Da sind keine Worte,
nur Leere.

Der Rest ist mit dir vergangen …

Bielefeld, 24.01.2003

Eine von diesen Nächten

Zuviel Rosenstolz gehört,
und in alten Erinnerungen gekramt.

Den Blick,
sehnsüchtig bei den Sterne,
und in Gedanken,
nur bei dir.

Dabei soll die Zeit doch alle Wunden heilen.
Doch warum bricht sie dann immer wieder auf,
diese Wunde am Herzen,
die so verflucht schmerzt ?

Die Zeit heilt nicht,
sie hilft nicht zu vergessen,
die Zeit,
ist ein grausamer Gesell an deiner Seite.

Mein Herz,
ist immer noch da,
wo ich es vor Jahren hab zurück gelassen.
Mein Herz,
meine Gedanken.
sind immer noch bei dir,
auch wenn ich es leugne …

Bielefeld, 09.02.2003

Danken wollt ich dir

Danken wollt ich dir
für diesen schönen,
doch kurzen Traum.

Für die hellen Bilder in meinem Kopf,
wenn ich an dich dachte
für die Nächte und Tage,
an deiner Seite,
für all die Heiterkeit,
die du in mir ausgelöst,
für die neuen Dinge,
die mir gezeigt …

Doch der Tag ist angebrochen,
der Traum als solcher erkannt,
und vergangen …

Mir ist,
als blickte ich noch immer in die Tiefe deiner Augen.
Träume können manchmal so verflucht real sein …

Gütersloh, 18.12.2002

Manchmal

Manchmal drehe ich mich kurz um,
und dann seh ich immer noch dich,
bleibe kurz stehen,
verharre,
nur Sekunden lang.

Und da ist er wieder,
der Schmerz,
die Erinnerung,
die nicht,
die nie vergeht.

All die Hoffnungen,
versunken im Moor der Illusion,
zieht es zurück,
hinauf an die Oberfläche …

Und so geh ich weiter,
etwas schneller als normal,
fast wie eine Flucht.

Doch so schnell ich auch laufe mag,
so weit meine Beine mich auch getragen,
vergessen kann
und konnte ich nie.

Und nach all den Jahren,
nach all den Qualen,
hätte ich dich jetzt doch,
ganz gerne hier bei mir …

Bielefeld, 2001

Einsamkeit

Einsamkeit
kommt schleichend,
ganz langsam um die Ecke,
siehst sie nicht kommen,
kannst sie nicht fühlen,
riechen,
oder gar spüren.

Jeden Tag,
einen Schritt näher,
näher an dich ran.

Wird zur Normalität,
bemerkst gar nicht wie die Freunde,
Freundinnen weniger werden,
denn in Gedanken,
in deiner Phantasie leben sie weiter,
weiter bei dir,
sind stets präsent wenn du die Augen schließt,
in deiner Nähe, in dir …

Doch dann kommt der Tag,
und die Nacht danach,
wo die sie öffnest.
Dann dein Blick ins Leere schweift,
kein Mensch,
kein Freund mehr im Blickwinkel,
das Sichtfeld nur noch leer …

Verzweiflung wie eine kalte Hand nach deinem Herzen greift,
und du anfängst dich zu wehren.
Doch zu spät, zu abgehoben,
zu weit hast du dich entfernt,
von den Menschen
vom Leben.

Allein stehst du in der Welt,
die du dir geschaffen,
und allein,
wirst du sterben …

Bielefeld, 2002

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