Der Drache der Nacht

Der Drache ruft mich,
in meinen Träumen.
Ein furchterregendes Wesen,
mit scharfen Klauen,
großen Flügeln und ein Maul das den Tot dir bringen kann.

Doch ich hab keine Angst,
bin frei von Furcht,
wenn er jede Nacht kommt um mich zu holen.

Gemeinsam gleiten wir durch die Nacht,
ungesehen,
ungehört,
stille Beobachter einer Welt die am Abgrund sich bewegt.

Und vor dem Morgengrauen bringt er mich zurück,
wir trennen uns,
für einen Tag.
Und in der nächste Nacht,
mit dem Mond ist er wieder da.
Erneut vereint.

Das Ungeheuer,
mit dem sanften Wesen,
und den Gedanken weit weg von Gier und Haß.

Doch man muß mit der reinen Seele des Kindes sehen,
fühlen,
hören,
um das zu erkennen.
Und so hat er nicht viele Freunde.

Bielefeld, 08.06.1999

Erinnerst du dich?

Weißt du noch,
dieses Lied,
ich verbinde soviel damit.
Bei diesem Lied,
haben wir uns geliebt,
alles schien so klar,
so wunderbar.

Wir waren frei,
bei diesem Lied,
wir waren glücklich,
wir WAREN.

Doch jetzt läuft dieses Lied,
erneut,
doch du bist nicht bei mir,
ich nicht bei dir,
und unsere Liebe,
vergessen.

All die Wünsche,
Hoffnungen,
die Zukunft,
die wir uns ausgemalt,
ein gemeinsames Leben,
das LEBEN,
scheinen nun verloren.

Die Realität hat uns eingeholt,
jeden für sich,
und so bleiben wir uns fremd.

Doch dabei waren wir uns einmal so nah …

Paderborn, 13.11.1996

Es ist an der Zeit

Nichts was dich mehr aufmuntert,
kein Lachen verzaubert dein Gesicht,
keine Hoffnung wärmt den Körper,
es ist an der Zeit …

Um dich rum nur Leichen,
kalt und steif vor dem Fernseher,
die Witze der Anderen sind dumpf,
langweilig und sexistisch,
es ist an der Zeit …

Schon lange niemanden mehr getroffen,
der Liebe nicht mit Sex verwechselt,
mit dem man einfach reden kann,
ohne aufzupassen was man sagt,
es ist an der Zeit …

Das Grün der Natur wird langsam grauer,
das Blau des Himmels,
durchzogen mit Kondensstreifen,
Mutter Erde verseucht mit Giften,
es ist an der Zeit …

Die Flamme der Kerze erlischt,
die Zigarette verglimmt,
das Glas Wein gelerrt,
ein letzter, schneller Blick aus dem Fenster,
denn es ist an der Zeit zu gehen.

Bielefeld, 26.10.1998

Meine Träume

Leer und ausgebrannt sitze ich hier,
kein Lächeln verzaubert mein Gesicht,
kein fröhlicher Gedanke in meinem Kopf.

Was ist mit meinen Träumen geschehen ?

Die Freiheit die ich wollte,
habe ich nirgends gefunden,
bin eingebunden in Zwänge,
genau wir ihr.

Die Offenheit,
die ich erwartet hatte,
entpuppte sich als Lüge.

Jeder ist sich selbst am nächsten,
was ist aus meinen Träumen geworden ?

Die grüne Wiese zubetoniert,
die Liebe nur noch Illusion,
die Lebensaufgabe nur noch ein Job.

Habe in die Zukunft gesehen,
konnte sehen,
was aus mir und meinen Träumen wird.

Und so sitze ich hier,
und weine.

Bielefeld, 18.11.1998

Ein Teil von mir

Dein Lächeln,
dein Lachen,
ist ein Teil von mir.

Lange bin ich durch’s Leben geirrt,
auf der Suche nach dem ultimativen Kick,
dem Sinn,
dem Ziel,
nach etwas was mich berührt.

War immer auf der Suche,
habe mich umgesehen,
versucht alles zu absorbieren.

Doch das was mir fehlte,
das was mir wirklich fehlt
hatte ich nie gefunden.

Doch dann,
doch jetzt …

Was ich immer gesucht,
vermißt hatte,
dein Lachen,
dein Lächeln ….

Habe ich gefunden,
ohne danach gesucht zu haben.

Bielefeld, 10.04.1998

Auf dem Weg zur Hölle,

Auf dem Weg zur Hölle,
traf ich dich.

Kurz verweilt,
und gelächelt.
Die Wärme deiner Haut genossen,
mich nach dem Licht umgedreht,
doch nichts gesehen.

Richtig,
ich war auf dem Weg.

Mich losgerissen unter Tränen,
und wieder los auf den Weg,
auf dem Weg in die Hölle.

Hamburg, 16.05.2001

Gestern und Heute

Gestern noch,
genau zu dieser Zeit,
war ich mir sicher,
so sicher wie nie zuvor,
das es besser sei,
die Vergangenheit vergehen zu lassen.

Gestern noch,
warst du in Gedanken bei mir,
habe ich die letzte Verbindung gekappt,
den Schlußstrich gezogen,
und war mir sicher …

Doch heute,
genau zu dieser Zeit,
fehlst du mir,
und ich bin mir gar nicht mehr so sicher …

Scheiße,
denn genau jetzt,
wo ich nicht mehr zurück kann,
zu dir,
wird mir bewußt wie sehr ich dich liebe.

Doch zu spät,
nichts macht meine Worte ungeschehen,
nichts bringt uns zurück,
dorthin wo wir gestern noch waren …

Nun sind,
und bleiben wir Vergangenheit,
nur noch Erinnerung …

Hamburg, 18.10.2000

Die Vögel

Die Vögel,
auf dem Dachfirst sie sitzen,
ihre Schwingen ausbreiten um in den Weiten zu entschwinden,
ich wünscht ich wäre eine von ihnen,
könnt umherziehen,
unbemerkt von der Welt,
frei von Zwängen und Pflichten.

Zu dir würd‘ ich fliegen,
auf dem Fensterbrett mich niederlassen,
leise und still.
Dich einfach nur betrachten,
an deinem Anblick mich erfreuen.

Mir fehlt der Mut
zu sagen was ich empfinde,
was ich fühle für dich.
Und so leide ich still
und Träume.

Hamburg, 26.08.1999

Sehnsucht nach Zärtlichkeit

Da sind soviel Leute zum reden,
soviel Möglichkeiten um sich zu zerstreuen,
soviel um sich abzulenken.

Und doch,
es fehlt mir die Zärtlichkeit,
die stillen Stunden,
in denen man nichts sagen muß,
nur geben und nehmen,
Wärme und Zuneigung,
Liebe und Verständnis,
ohne Worte.

Das sind die Augenblicke die mir fehlen.
Nicht der dieser alltägliche Kram.
Nicht der Luxus,
nicht der Erfolg.

Doch,
wo ist die Frau,
die Person,
mit der ich eins sein kann ?
Verschmelzen zu einem Wesen,
gemeinsam in der Dunkelheit versinken,
die Welt hinter sich lassen,
erkennen was zählt,
sich,
und nur sich,
uns genießen.

So viele um mich herum,
doch niemand der mich versteht.

Bielefeld, 09.06.1999

Das Leben

Das Leben
alle lieben es,
alle erwarten soviel davon,
jeder will es genießen,
niemand bekommt genug davon.

Doch was ist damit,
wie sieht es aus wenn man es mal näher betrachtet,
unter die Oberfläche schaut ?

Ist es wirklich so toll ?

Niemand kann ewig leben,
und ich glaube das ist gut so …

Paderborn, 29.01.1996

Warten auf den Tag

Der Tag ist vorüber,
an seine Stelle trat die Nacht, und sie ist es die mich jetzt umgibt,
sanft deckt die Dunkelheit die Wahrheit zu,
verborgen bleibt all das Elend,
der Dreck,
die anderen Menschen.

Hier und da aufdringliche Lichter,
geschaffen von Menschenhand
sollen sie Menschen in ihren Bann ziehen,
sie locken wie die Kerze die Motte.

Doch ich warte auf den Morgen,
das neue Licht der Sonne,
lege mich ruhig in meine Kissen,
schließe die Augen
und warte.

Paderborn, 14.03.1997

Sinnlosigkeit

Ihr habt mich in diese Welt geworfen,
doch wer hat mich gefragt ?
Jetzt irre ich hier umher,
ohne Ziel,
ohne Sinn.

Ihr habt mich in diese Welt geworfen,
doch einen Weg,
gabt ihr mir nicht.
Wie soll ich hier existieren,
wenn ich nicht mal weiß warum.

Ihr habt mir das Leben gegeben,
ohne mich vorher zu fragen.
Doch zurückgeben darf ich es nicht.
Alles wird versucht mich hier am Leben zu halten,
Entertainment, Therapie, und Reanimation.

Was soll das ?
Ein Hauptgewinn ?
Ich habe an keiner Lotterie teilgenommen,
behaltet euren scheiß Gewinn,
ich will ihn nicht.
Es gibt bestimmt genug Idioten die ihn liebend gerne nehmen.
Gibt das Leben einen von denen,
aber nicht mir.

Doch leere Worte in kalter Nacht in den Himmel geschrien,
keine Antwort habe ich bekommen.
Und so sitze ich hier,
mit einem Geschenk,
so unnütz wie ein Kropf.

Doch eine Angst bleibt,
daß irgendein Wissenschaftler die Unsterblichkeit entdeckt.

Paderborn, 29.05.1997

Liebe

Du liegst in meinen Armen und ich fühle mich wohl,
spüre deine Wärme,
deinen Atem,
fühle dein Haar,
deine Haut.

Du bist bei mir,
ich bin nicht allein, was für ein Gefühl,
Geborgenheit.
Doch dann mußt du gehen,
und zurück bleibe ich,
mit meinen Ängsten,
meine Zweifeln.

Ganz allein,
habe ich angst,
weiß nicht was oder wohin.

Ohne dich,
bin ich nur einer von vielen,
doch mit dir,
ja dann bin ich einzigartig.

Bielefeld, 05.07.1997