Hoffnung und Realität

Aus der Dunkelheit ans Licht,
bin ich gekrochen,
der Weg war lang,
er war beschwerlich,
zerkratzt meine Haut,
mein Gesicht,
scharfe Steine schnitten mir ins Fleisch.

Doch Zentimeter um Zentimeter,
kam ich ihm näher,
dem Licht,
meinem Ziel,
die Hoffnung ließ mich weiter machen.

Mit letzter Kraft,
ausgelaugt vom Weg,
die Augen vom grellen Licht geblendet,
stand ich da.
Am Ziel.

Verschwommen die Bilder,
langsam Konturend bildend,
wurde der Blick klarer,
so ließ der Schmerz des hellen Lichtes zaghaft nach.

Schloß die Augen fest,
um sie erneut zu öffnen,
riß sie auf mit letzter Kraft,
endlich am Ziel,
endlich im Licht.

Bunte plastik Lämpchen und billige Musik aus der Konserve,
wo war der Gesang der Vögel ?
Eine Tankstelle,
wo eigentlich der Wald sollt sein.
Leere Augen in toten Gesichtern,
selbst das Lachen nur geheuchelt,
kein Blick sich mehr träumend zum Himmel wendet.

Und dann viel es mir ein,
von hier ward ich geflüchtet,
vor langer Zeit,
konnte die Leere nicht mehr ertragen,
konnte das Klimpern des Geldes nicht mehr hören …

So wand ich mich ab und ging zurück,
seltsam was man in der Dunkelheit so alles vergißt …
Hoffnung ist eine grausame Freundin,
immer dann wenn sie Arm in Arm, lächelnd
mit der Realität um die Ecke kommt.

Hamburg, 5.6.2001

Du zeigtest mir …

Du zeigstest mir den Himmel,
wie man auf Wolken geht,
der Sonne so nah,
ihre Wärme spürt.

Du zeigtest mir das Paradies,
wie man alles um sich herum vergißt,
einen Ort,
an dem es uns nur gab,
vereint für eine Ewigkeit …

Und dann schicktest du mich in die Hölle,
voller Kälte und Einsamkeit,
wo ich allein,
in der Dunkelheit zu vergehen schien.

Doch wie kann ich dir böse sein,
war ich doch nie so glücklich,
wenn auch nur für kurze Zeit.
Davon zehre ich …

Hamburg, 16.01.2001

Träume nicht dein Leben

Träume nicht dein Leben,
lebe deine Träume …

Das sagte die alte Frau zu mir,
als ich saß am Meer,
denn Blick traurig am Horizont suchend.

Ich lächelte ihr kurz,
scheinbar dankbar zu.
Und sie zog von dannen.

Wenn sie wüßte,
was ich träumte,
in endlosen Nächten,
was für Bilder mein Hirn abspielt.

Dann hätte sie dies nicht gesagt,
und wäre schreiend hinfort gerannt,
die Verzweiflung in den aufgerissenen Augen.

Doch woher sollte sie wissen wie es in mir aussieht ?
Sie hat doch nicht einmal gefragt,
und wollte es wohl auch gar nicht wissen …

Hamburg, 07.11.2000

Es wäre schön

Es wäre schön,
wenn da etwas wäre an das ich glauben könnte.
Ein Gott zum Beispiel,
doch es gibt keinen Gott.

An eine Zukunft,
doch die ist ungewiß und nicht greifbar.

An dich,
doch du bist gegangen.
Und mit dir die Hoffnung und mein Glaube.
Geblieben ist nur die Gewissheit,
daß wir allein sind,
und es auch bleiben.

Trostlos,
jeder neue Tag,
der mir noch bleibt.

Hamburg, 12.08.2000

Gegangen

Und nun bist du gegangen,
sagtest es sei besser so,
es wäre das Vernünftigste.

Doch ich mag nicht vernünftig sein,
was nützt der größte Verstand,
wenn das Herz kalt bleibt ?

Nun sitze ich hier und bin mir bewußt,
es ist aus und vorbei,
nichts wird mehr wie es war.

Nur eine Frage bleibt,
was zum Teufel hat Liebe mit Verstand zu tun ?

Frankfurt, 03.05.2000

Schließe ich die Augen

Schließe ich die Augen,
spüre ich deine Haut,
über die meine Finger zärtlich gleiten,
seh deine Augen,
wie sie mich anlächeln,
spüre ich deine Lippen,
den warmen, nicht enden wollenden Kuß.

Doch öffne ich sie wieder,
vorbei der Traum,
dann ist da nichts,
nur die graue Welt um mich herum,
denn du bist schon lange fort.

Geblieben ist nur die Erinnerung an dich,
von der ich nun zehre.

Frankfurt, 03.05.2000

Nie Ohne

Wie die Strahlen der Sonne wärmend meine Haut berühren,
so streift der Gedanke an dich durch mein Gehirn,
zaubert ein Lächeln auf mein sonst so ernstes Gesicht,
läßt meine Augen strahlen.

Du hast es mir gezeigt,
das verloren geglaubte Paradies,
Hoffnung kehrte zurück,
und mit ihr der Glaube,
der Glaube an eine Zukunft.

Doch ganz weit hinten,
in eine dunkle Kammer verbannt,
lauert die Angst.
Laß sie uns gemeinsam vergessen,
sie auf immer besiegen.

Ich will mit dir sein,
nie ohne …

Herford, 18.04.2000

Ein grauer Tag

Ein grauer Tag
… liegt hinter mir,
die Sonne, ungesehen hinter Wolken versteckt,
die trockene Hitze der Heizung mich nicht zu wärmen vermochte.

Jetzt müsste die Sonne eigentlich untergehen,
das Grau des Tages wird dunkler,
verendet in einem schmutzigen Schwarz,
doch wo ist das strahlend Rot,
wo der Feuerball am Horizont ?

Grau in grau die Welt,
und kein Lächeln sich auf mein Gesicht verirrt.

Herford, 09.03.2000

Nebel

Der Nebel kriecht langsam vom Bach empor,
zieht Meter für Meter über das kurze Grass,
deckt wie ein Laken das Grün zu,
verbirgt es vor der Sicht der Lebenden.

Nur die Bäume, alt und knorrig,
wie tote Finger aus der wogenden Masse ragen,
leicht im Wind sich wiegend,
ein schwarzer Vogel sitzt auf einem Ast.

Das Holz knarrt, der Vogel schwingt sich empor,
unter ihm die Leiche am Stricke sich dreht,
letzte Nacht war der junge Körper noch voller Leben,
doch das ist vergangen,
so wie die Liebste gegangen wart‘,
langsam und qualvoll.

Und ohne sie mocht er nicht mehr sein …

Herford, 17.02.2000

Die Maske fällt

Hatte mich so gut versteckt,
hinter einer Maske aus Gleichgültigkeit,
niemand sollte meine Gemütsregungen sehen.

Hatte mich gepanzert,
mit einer Rüstung aus Abstand
niemand sollt mir jemals wieder weh tun können.

Es hat funktioniert,
ich war sicher,
das Herz wurde kalt,
keine Schmerzen, nur noch Dumpfheit mich umgab.

Doch dann kamst du,
ich fühlte mich sicher,
in meiner Rüstung, mit meiner Maske.

Doch dann kam dieser eine Tag,
als wir uns sahen in die Augen sahen,
ganz nah,
konnte deinen Atem spüren,
mein Herz fing Feuer,
meine Wachsamkeit liess nach,
ich sah die Liebe,
die Wärme in deinem Blick.

Tränen liefen über meine Wangen,
die Maske rutschte auf ihnen zu Boden,
die Rüstung legte ich schließlich selber ab.

Das Versteckspiel hat nichts gebracht,
dir und mir kann ich nicht entkommen.

Hamburg, 19.10.1999

Zweisamkeit

Gemeinsam,
auf den Straßen,
in den Parks,
zu Hause im Bett.

Menschen sind nicht gern allein.

Sie scheuen das Alleinsein,
wie die Dunkelheit
und die Kälte.

Doch du magst die Schwärze der Nacht,
das Alleinsein.
Nur die Kälte
und die Einsamkeit,
die magst du nicht.

Und so sehnst du dich,
wie sie,
nach Liebe,
nach Geborgenheit,
nach der Wärme einer anderen Person.

Nur hast du Regeln nie gelernt,
keiner hat es dir je gezeigt,
und so läufst du ihr hinterher,
deiner Sehnsucht.

Hamburg, 18.08.1999

Mit dem Frühling kommt die Angst

Der letzte Schnee schmilzt
in der wärmer werdenden Sonne.
Vorsichtig sprießt das erste Grün auf den Wiesen,
die Vögel beginnen leise zu singen,
das Wasser des Flußes wirkt irgendwie klarer.

Und doch, die Angst bleibt.

Die Winter geht,
der Frühling kommt.
Paare gehen Hand in Hand durch den Park,
die Bäume noch kahl und tot,
doch der Boden langsam ergrünt.
Aufgeregt schnatterend fliegen die Enten in den Himmel.

Wäre da nicht diese Angst.

Zwei Schwäne gleiten gemeinsam über den Teich,
der Wind durch die kahlen Äste streift,
ein Hund am Wegesrand liegt und die warme Sonne genießt,
niemand kann die Atmosphäre in Worte fassen.

Doch was bleibt ist die Angst,
daß die Natur aufgeben könnte
und die Bäume nicht mehr ergrünen,
sie so tot und kahl bleiben,
wie sie es die letzten Monate waren.

Jeden Frühling schaue ich auf die Bäume
und hoffe auf eine neue Chance.

Bielefeld, 24.06.1999

Was mir fehlt

Es ist nicht dein Körper der mir fehlt,
nicht die Nächte voller Sex,
nicht die gemütlichen Abende mit einer Flasche Wein,
nicht deine strahlenden Augen
und auch nicht die Berührung deiner zarten Haut.

Es ist deine Schulter,
an die ich mich anlehnen konnte,
wo ich weinen konnte,
ohne Spott, ohne Reue,
wo ich, ICH sein konnte,
ohne jemanden spielen zu müssen,
es ist das Verständnis,
das ich vermisse.

Meine Tränen werden nun allein vergossen,
in der Dunkelheit meiner Nächte,
doch es ist niemand da,
der sie sieht.

Bielefeld, 07.11.1998

Dein Lächeln

Dein Lächeln,
tat einmal gut.

Doch jetzt …

Eine Berührung deiner Hand
löste wirre Gefühle in mir aus,
hat mich vollkommen aus der Bahn geworfen,
doch jetzt …

Habe gerne mit dir gesprochen,
geredet
oder diskutiert.

Doch jetzt …

Jetzt weiß ich,
denn du hast es mir gesagt,
keine Chance,
keine Hoffnung,
nur grauer Alltag,
denn dein Lächeln,
deine Worte,
deine Liebe gilt nicht mir.

Wie kannst du mir so etwas erzählen
und dann noch auf Verständnis hoffen ?

Und doch,
der Funke,
die Flamme des Lebens,
der Funke der Liebe ist in mir noch nicht erloschen.

Bielefeld, 16.06.1998

Liebeskummer

Ich wünscht,
ich hätte ein wenig Liebeskummer.
Dann könnte ich weinen,
in Sehnsucht zerfliessen.

Doch da ist nichts,
nichts worum es sich zu trauern lohnen würde.
Mein Herz ist leer,
die Hoffnung längst dahin.

Ich wünscht,
ich könnte wieder lieben.
Ehrlich und ohne Argwohn,
naiv und ohne Angst,
vergessen all die Narben …

Bad Pyrmont, 24.01.2004

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