Sinnlosigkeit

Ihr habt mich in diese Welt geworfen,
doch wer hat mich gefragt ?
Jetzt irre ich hier umher,
ohne Ziel,
ohne Sinn.

Ihr habt mich in diese Welt geworfen,
doch einen Weg,
gabt ihr mir nicht.
Wie soll ich hier existieren,
wenn ich nicht mal weiß warum.

Ihr habt mir das Leben gegeben,
ohne mich vorher zu fragen.
Doch zurückgeben darf ich es nicht.
Alles wird versucht mich hier am Leben zu halten,
Entertainment, Therapie, und Reanimation.

Was soll das ?
Ein Hauptgewinn ?
Ich habe an keiner Lotterie teilgenommen,
behaltet euren scheiß Gewinn,
ich will ihn nicht.
Es gibt bestimmt genug Idioten die ihn liebend gerne nehmen.
Gibt das Leben einen von denen,
aber nicht mir.

Doch leere Worte in kalter Nacht in den Himmel geschrien,
keine Antwort habe ich bekommen.
Und so sitze ich hier,
mit einem Geschenk,
so unnütz wie ein Kropf.

Doch eine Angst bleibt,
daß irgendein Wissenschaftler die Unsterblichkeit entdeckt.

Paderborn, 29.05.1997

Liebe

Du liegst in meinen Armen und ich fühle mich wohl,
spüre deine Wärme,
deinen Atem,
fühle dein Haar,
deine Haut.

Du bist bei mir,
ich bin nicht allein, was für ein Gefühl,
Geborgenheit.
Doch dann mußt du gehen,
und zurück bleibe ich,
mit meinen Ängsten,
meine Zweifeln.

Ganz allein,
habe ich angst,
weiß nicht was oder wohin.

Ohne dich,
bin ich nur einer von vielen,
doch mit dir,
ja dann bin ich einzigartig.

Bielefeld, 05.07.1997

Warten auf die Dunkelheit

Du siehst aus dem Fenster,
der Herbst färbt das Laub der Bäume bunt,
doch in deinem Herz bleibt alles grau.
Kein Witz, kein Lächeln kann dich länger als 2 Minuten aufmuntern,
jeder Versuch dem kalten Griff des Todes zu entkommen mißlingt,
muß mißlingen,
und so sitzt du hier,
starrst aus dem Fenster,
siehst die Jahreszeiten verstreichen,
und wartest,
wartest darauf das sich die Tür öffnet und er dich holt.

Gütersloh, 29.10.1997

Ein Liebesgedicht

Es ist gelogen,
ich sage es dir trotzdem,
ich liebe dich.

Dies ist wahr,
darum sage ich es dir,
du fehlst mir sehr.

Ihr fragt,
wie paßt dies zusammen ?

Es ist nicht einfach in den kalten Nächten allein zu sein
und schnell gewöhnt man sich an eine Lüge,
wenn der Körper des Anderen einen wärmt.

Die Liebe ist schon lange ausgestorben,
geblieben ist nur die Sehnsucht danach.
Doch viele verwechseln genau das,
sie haben nicht begriffen.

Paderborn, 15.08.1996

Heute Nacht

Heute Nacht,
ist es dunkel,
wie in jeder Nacht,
die Fenster fest verschlossen,
Kerzen brechen die Finsternis,
und selbst tief in mir ist etwas Licht,
etwas Wärme.

Heute Nacht,
ist die Nacht nach der gestrigen,
heute Nacht ist nicht so wie die, zwei Tage zuvor,
in mir ist wieder etwas Leben,
der Magier scheint erneut zu erwachen.

Der knochige Hand der Gleichgültigkeit,
der Resignation schien mich schon fest im Griff zu haben,
doch letzte Nacht konnte ich ihr entkommen,
sie hat sich zurückgezogen,
sucht nun nach einem neuem Opfer,
mich soll sie nie wieder erwischen,
mich nicht.

Paderborn, 23.09.1996

Tränen auf Beton

Wo ist der Garten,
in dem als Kinder wir gespielt ?
Wo ist der Kirschbaum geblieben ?
Dessen Früchte so süß,
und aus dem ich viel
und den Arm mir dabei brach ?

Wo ist der Bach,
der unsere Papierboote forttrug,
hinaus auf das große, ferne Meer ?

Wo sind die Kinder,
die hier einst gespielt ?
Wo ist das Lachen,
das an diesen Ort immer zu hören war ?

Ein Supermarkt mit großem Parkplatz,
ist alles was ich jetzt davon noch finde,
und Kinder,
die lachend die Einkaufswagen ihrer Eltern füllen.

Bielefeld, 27.02.2003

Hab Nächte lang überlegt

Hab Nächte lang überlegt,
konnte nicht schlafen,
so viele Gedanken marterten mein Hirn,
wie soll ich es dir sagen ?
Soll ich es dir sagen ?
Empfindest du wie ich ?

Die Tage verstrichen,
dein Lächeln hat sie begleitet,
und wir redeten aneinander vorbei,
ein jeder auf seine Weise.

Hamburg, 26.08.1999

Das Geschenk

Meine Eltern haben mir das Leben geschenkt,
doch hatten sie mich gefragt,
gefragt ob ich es wollte,
gefragt ob ich dazu bereit war ?
Und nun bin ich hier,
hier unter euch,
unter all diesen Menschen,
und komme mir so einsam vor.

Kaum gewinne ich einen Menschen lieb,
so muß er schon wieder gehen,
in eine andere Stadt,
in ein neues Leben,
in den Tod.

Sagt mir,
was empfindet ihr dabei ?

Denn,
es kann nicht nur mir so gehen,
was denkt,
empfindet,
fühlt ihr,
bei jedem Schlag eures Herzens ?

Bielefeld, 09.02.1999

Warum?

Warum,
hat es uns auf diese Welt verschlagen,
wo kommen wir her,
wo gehen wir hin,
wo,
was ist der Sinn des Ganzen ?

Habe tausend Menschen gefragt,
keiner wußte Rat,
habe Nächte lang nachgedacht,
habe die Sterne um Auskunft gebeten,
keine Antwort.

Lebe nun schon fast 27 Jahre hier,
doch bin ich genau so schlau wie zuvor,
kein bißchen weiß ich mehr,
keine von den großen Fragen konnte ich mir beantworten.

Doch jetzt taucht eine neue Frage auf,
eine die ich mir noch nie gestellt,
an die ich noch nie gedacht,
derer ich mir nie bewußt war:

Warum nicht einfach gehen und sehen was kommt,
und erkennen was war ?

Paderborn, 08.03.1996

Wenn die Zweifel kommen

Wenn die Zweifel kommen
die dunklen Schatten der Angst nach dir greifen,
die Verzweiflung an dir nagt.

Dann ist diese Sucht wieder da,
wie ein wildes Tier,
erwacht die Gier nach Alkohol,
einer beliebigen Droge,
etwas das dich betäubt,
deine Gedanken beruhigt,
deinen Körper lähmt,
dich hinfort trägt aus dieser Welt,
dich tötet,
für eine Nacht.

Der nächste Morgen ist vergessen,
und doch er kommt,
um dich zu wecken,
die Erinnerung das du lebst.

Hamburg, 18.08.1999

Dunkelheit

Dunkelheit
umgibt mein Sein.

Meine Gedanken,
stumpf und leer.

Stunde um Stunde quält sich vorbei,
doch ich ertrage jede dieser toten Minuten,
denn meine Hoffnung,
meine Gedanken,
meine Träume,
Wünsche,
kreisen nur um diesen einen kurzen Augenblick.

Die letzten Minuten ziehen vorbei,
der Tod weicht,
und dann

sehe ich dich,
dein Lächeln,
den Glanz deiner Augen.

Vergessen ist die Zeit der Bitternis,
denn du bist da.

Bielefeld, 10.04.1998

Was wird?

Was wird,
wenn ich einmal nicht mehr bin,
wenn mein Körper,
mein Geist von dieser Erde verschwunden sind,
kein Wort von mir mehr den Raum durcheilt ?

Wird jemand an mich denken,
werde ich jemandem fehlen ?

Wird mein Grab nur eines von vielen sein,
werden alle meine Worte vergessen,
wird nichts von mir bestand haben,
wird noch jemand an mich glauben.

War ich überhaupt für jemanden Präsent ?

Was wird aus den Gefühlen,
meinen Gedanken,
die tief in mir gewohnt ?

Was wird,
wenn ich einmal nicht mehr bin ?

Paderborn, 24.09.1996

Die Nacht

Auf jede Nacht folgt ein Tag,
so sagt man,
und so war es bisher auch immer.
Es zieht zum Licht,
in der Dunkelheit der Nacht sind sie hilflos,
können sich nicht orientieren,
es fehlt die Nähe zu den Anderen,
zu der Welt.
Plötzlich ganz auf sich gestellt,
das Lärmen des Tages ist längst verklungen,
gewichen der Stille der Nacht.
Und nun nehmen ihre Ohren Geräusche war,
Laute die sie noch nie gehört,
die sonst von dem Krach der Menschen übertönt wurden,
und nun haben sie angst,
hören ihr eigenes Herz schlagen,
nehmen sich bewuster war als je zuvor.
Der Horizont ist nicht zu sehen
und der Mond erhellt nur schwach die Landschaft.
Angst,
ich bin allein.

So sind sie,
das hektische Leben ohne Ich sind sie gewohnt,
doch sich,
nur sich,
können sie nicht ertragen.

Paderborn, 15.11.1996

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