Realität

Die Realität hat unsere Träume gefressen.

Was hatten wir uns alles ausgemalt,
in unseren Köpfen,
unserem Geist ?

Pläne,
gemeinsame Pläne,
die soweit in die Zukunft reichten,
das kein Scheitern möglich schien.

Entscheidungen gefällt,
du hattest neu angefangen,
mit unseren Träumen im Kopf,
alles liegen gelassen
und neu begonnen.

Was ist geblieben,
so frag ich mich,
von unserer Zuversicht,
unseren Träumen ?

Tränen in den Augen,
seh ich aus dem Fenster,
jetzt kann ich weinen,
denn nun bin ich wieder allein.
Und einsamer als je zuvor.

Träume zerissen,
vom grau des Alltages,
von der kalten Hand der Realität gemeuchelt …

Hamburg, 21.05.2001

Von 100 auf 0

Von 100 auf 0
in nur 2 Sekunden.

Gerade noch in voller Fahrt,
ein Lächeln auf den Lippen,
die Hand zum Victory-Zeichen erhoben,
den Fahrtwind des Lebens im Gesicht.

Dann diese Mauer,
keine Warnung,
kein Schild,
mitten auf der Autobahn der Liebe.

Blut,
Knochen,
Gewebereste,
vermischt mit Beton und Stein.

Ausgeträumt,
wie Glas zerschellt die Illusion,
das Herz schlägt wieder langsamer,
das Herz, so kalt wie zuvor.

Laßt mich hier liegen,
laßt mich endlich sterben,
mag nicht mehr aufstehen,
nicht mehr die Wärme spüren,
wenn ich doch immer wieder nur am Boden lande …

Gütersloh, 2002

Und ich sagte

Und ich sagte,
daß ich dich nicht mehr lieben würde,
daß unsere Trennung ewig währen sollte,
daß ich mir sicher sei,
daß …

Verdammt,
nun sitze ich hier,
jeden beschissenen Abend,
gehe allein zu Bett,
liege da
und suche dich.

Schlafe endlich ein,
und wache alle paar Stunden auf,
und neben mir ist alles leer.

Ich bin ein Mann,
Männer weinen nicht,
ich weiß,
trotzdem rinnen die Tränen über mein Gesicht

Du,
ich,
wir sind nicht mehr das was wir einmal waren.

Scheiße du fehlst mir,
und ohne dich mag ich nicht mehr sein …

Doch ich bin mir bewußt,
es ist vorbei …

Hamburg, 28.10.2000

Zu viele Gedanken

Du hast dir zu viele Gedanken gemacht,
in all den Jahren,
hast alles zerdacht,
die Zweifel genährt und dich an ihnen gehalten,
jedes Gefühl mit der Angst erschlagen,
und reichte man dir ein helfende Hand,
so hast du sie nie ergriffen.
Du wolltest keine Hilfe,
hattest du gedacht.

Viele Menschen kamen
um dann zu gehen.
Wer bleibt schon in einem Haus aus Angst, Zweifeln und Einsamkeit ?
Und die, die dir helfen wollten,
dir all ihre Kraft gaben die sie besassen,
dir Hoffnung anboten,
dich wärmen wollten,
denen tatest du weh,
ganz bewusst,
bis sie dann auch endlich gingen.

Und so sitzt du nun hier,
einsam, allein und leer.
Hast dich dann irgendwann dem Erstbesten an den Hals geworfen,
doch eigentlich war er der Schlechteste von allen.
Und so starb auch der letzte Teil von dir.
Bist eine tote Marionette aus Stein.

Und ich hatte mal so an dich geglaubt,
ich wäre für dich gestorben,
doch das ist lange vorbei,
und ich lebe.

Bielefeld, 10.12.1999

Eine neue Seite

Seitdem ich dich kenne,
wir uns näher kamen,
uns in den Armen gelegen,
tief in die Augen geschaut.

Habe ich viele neue Seiten an mir entdeckt,
ich dachte ich wäre tot,
mein Herz wäre aus Stein,
ich wäre unfähig zu fühlen.

Doch du hast mich eines anderen belehrt,
ich hatte es genossen,
jede Sekunde …

Und nun sitze ich hier,
ohne dich,
allein.

Was war ist nicht mehr,
zwischen uns.

Und ich sitze hier und heule.

Eine völlig neue Seite an mir.

Bielefeld, 23.04.2000

Da ist Liebe

Da ist Liebe,
da ist Gefühl
und soviel Hoffnung.

Und doch die Angst sie frißt,
Zentimeter für Zentimeter,
das Gebäude aus naivem Glück zerfällt,
zerbröselt zu Staub,
den dann der Wind fort trägt.

Zurück bleibst du,
allein,
und die Sonne geht bald unter,
die Schatten werden länger,
und wenn sie geht,
kommt die Kälte,
die dich tötet.

Das weißt du,
und so stehst du hier und hoffst,
doch eigentlich weisst du,
dass Hoffnung trügerisch ist,
und doch klammerst du dich an sie,
woran auch sonst ?

Woher kommt die Angst,
wenn du eigentlich unendlich glücklich sein solltest ?

Bielefeld, 23.02.2000

Deine Augen

Erinnerst du dich an diesen Moment ?
Als unsere Augen sich trafen,
Blicke bohrten ineinander,
verharkten,
konnte mich nicht von dir lösen.

Das ist der Augenblick,
der Moment in dem ich dir verfiel,
nichts ist mehr wie es war.

Hamburg, 19.10.1999

Um dich zu spüren

Und plötzlich ist alles anders,
alle Pläne durcheinander,
jeder Sicherheit beraubt,
plötzlich beginnt dein Herz zu schlagen.

Mit jeder Sekunde die Sehnsucht wächst,
jeder Schlag aber auch die Angst in dir nährt,
Angst enttäuscht, belogen zu werden.
Unsicherheit macht sich breit.

Doch sei dir gewiss,
ich bin hier um dir die Angst zu nehmen,
langsam und behutsam,
dir zu zeigen das ich die Wahrheit sprach und spreche.

Darum reich ich dir meine Hand,
um dich zu halten wenn du fällst,
dich zu wärmen wenn du frierst,
um dich zu spüren.

Hamburg, 19.10.1999

Wenn du einmal traurig bist

Wenn du einmal traurig bist
in einer einsamen Nacht,
den Schlaf nicht finden kannst,
Verzweiflung dein Herz umklammert.

Dann geh zum Fenster,
sieh den Mond dir an,
die Sterne.
Sieh ganz genau hin,
sie blinken dir zu,
du bist nicht allein.

Und aus den Augenwinkeln,
eine Bewegung du vielleicht dann erkennst.
Es ist mein Drache,
der durch die Nacht zieht,
um eine Botschaft dir zu bringen.

Doch sieh nie direkt hin,
wie alle Fabelwesen, Geister,
kann man nur aus den Augenwinkeln ihn erspähen,
Erwachsene sind blind,
doch Kinder haben ein Auge dafür.
Und keine Angst vor ihrer Phantasie.

Hamburg, 31.08.1999

Manchmal fehlst du mir noch …

Heute ist mal wieder einer dieser Tage,
Einsamkeit meine Gedanken lähmt,
der Körper sich nach einer liebenden Berührung sehnt.

Und dann muß ich immer wieder an dich denken,
an die Zeit die wir gemeinsam verbracht,
an all die guten aber auch schlechten Stunden.
Denn die Schmerzen sind lange nicht vergessen,
wie könnte ich auch.
Aber das Gute überwiegt.
Eine Stunde voller Glückseeligkeit
macht eine ganze Woche voller Angst vergessen.

Aber es ist Vergangenheit
und es soll Vergangenheit bleiben.
Aber denken tue ich trotzdem an dich.

Und zum Glück bist du vorhin nicht ans Telefon gegangen …

Bielefeld 27.06.1999

Green Eyes

Deine grünen Augen,
waren das letzte was ich sah,
was dann folgte war Dunkelheit,
angenehme Stille.

Ruhig lagen wir in den zerwühlten Kissen,
der Atmen beruhigte sich,
der Schweiß trocknete.

Als ich am Morgen erwachte,
warst du fort,
allein lag ich da.

Doch noch immer blicke ich in deine grünen Augen.
Der Blick läßt mich nicht mehr los.
Niemals wieder kann ich so ruhig schlafen.

Bielefeld, 24.06.1999

Der Drache der Nacht

Der Drache ruft mich,
in meinen Träumen.
Ein furchterregendes Wesen,
mit scharfen Klauen,
großen Flügeln und ein Maul das den Tot dir bringen kann.

Doch ich hab keine Angst,
bin frei von Furcht,
wenn er jede Nacht kommt um mich zu holen.

Gemeinsam gleiten wir durch die Nacht,
ungesehen,
ungehört,
stille Beobachter einer Welt die am Abgrund sich bewegt.

Und vor dem Morgengrauen bringt er mich zurück,
wir trennen uns,
für einen Tag.
Und in der nächste Nacht,
mit dem Mond ist er wieder da.
Erneut vereint.

Das Ungeheuer,
mit dem sanften Wesen,
und den Gedanken weit weg von Gier und Haß.

Doch man muß mit der reinen Seele des Kindes sehen,
fühlen,
hören,
um das zu erkennen.
Und so hat er nicht viele Freunde.

Bielefeld, 08.06.1999

Erinnerst du dich?

Weißt du noch,
dieses Lied,
ich verbinde soviel damit.
Bei diesem Lied,
haben wir uns geliebt,
alles schien so klar,
so wunderbar.

Wir waren frei,
bei diesem Lied,
wir waren glücklich,
wir WAREN.

Doch jetzt läuft dieses Lied,
erneut,
doch du bist nicht bei mir,
ich nicht bei dir,
und unsere Liebe,
vergessen.

All die Wünsche,
Hoffnungen,
die Zukunft,
die wir uns ausgemalt,
ein gemeinsames Leben,
das LEBEN,
scheinen nun verloren.

Die Realität hat uns eingeholt,
jeden für sich,
und so bleiben wir uns fremd.

Doch dabei waren wir uns einmal so nah …

Paderborn, 13.11.1996

Es ist an der Zeit

Nichts was dich mehr aufmuntert,
kein Lachen verzaubert dein Gesicht,
keine Hoffnung wärmt den Körper,
es ist an der Zeit …

Um dich rum nur Leichen,
kalt und steif vor dem Fernseher,
die Witze der Anderen sind dumpf,
langweilig und sexistisch,
es ist an der Zeit …

Schon lange niemanden mehr getroffen,
der Liebe nicht mit Sex verwechselt,
mit dem man einfach reden kann,
ohne aufzupassen was man sagt,
es ist an der Zeit …

Das Grün der Natur wird langsam grauer,
das Blau des Himmels,
durchzogen mit Kondensstreifen,
Mutter Erde verseucht mit Giften,
es ist an der Zeit …

Die Flamme der Kerze erlischt,
die Zigarette verglimmt,
das Glas Wein gelerrt,
ein letzter, schneller Blick aus dem Fenster,
denn es ist an der Zeit zu gehen.

Bielefeld, 26.10.1998

Meine Träume

Leer und ausgebrannt sitze ich hier,
kein Lächeln verzaubert mein Gesicht,
kein fröhlicher Gedanke in meinem Kopf.

Was ist mit meinen Träumen geschehen ?

Die Freiheit die ich wollte,
habe ich nirgends gefunden,
bin eingebunden in Zwänge,
genau wir ihr.

Die Offenheit,
die ich erwartet hatte,
entpuppte sich als Lüge.

Jeder ist sich selbst am nächsten,
was ist aus meinen Träumen geworden ?

Die grüne Wiese zubetoniert,
die Liebe nur noch Illusion,
die Lebensaufgabe nur noch ein Job.

Habe in die Zukunft gesehen,
konnte sehen,
was aus mir und meinen Träumen wird.

Und so sitze ich hier,
und weine.

Bielefeld, 18.11.1998

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