Mit dem Frühling kommt die Angst

Der letzte Schnee schmilzt
in der wärmer werdenden Sonne.
Vorsichtig sprießt das erste Grün auf den Wiesen,
die Vögel beginnen leise zu singen,
das Wasser des Flußes wirkt irgendwie klarer.

Und doch, die Angst bleibt.

Die Winter geht,
der Frühling kommt.
Paare gehen Hand in Hand durch den Park,
die Bäume noch kahl und tot,
doch der Boden langsam ergrünt.
Aufgeregt schnatterend fliegen die Enten in den Himmel.

Wäre da nicht diese Angst.

Zwei Schwäne gleiten gemeinsam über den Teich,
der Wind durch die kahlen Äste streift,
ein Hund am Wegesrand liegt und die warme Sonne genießt,
niemand kann die Atmosphäre in Worte fassen.

Doch was bleibt ist die Angst,
daß die Natur aufgeben könnte
und die Bäume nicht mehr ergrünen,
sie so tot und kahl bleiben,
wie sie es die letzten Monate waren.

Jeden Frühling schaue ich auf die Bäume
und hoffe auf eine neue Chance.

Bielefeld, 24.06.1999

Was mir fehlt

Es ist nicht dein Körper der mir fehlt,
nicht die Nächte voller Sex,
nicht die gemütlichen Abende mit einer Flasche Wein,
nicht deine strahlenden Augen
und auch nicht die Berührung deiner zarten Haut.

Es ist deine Schulter,
an die ich mich anlehnen konnte,
wo ich weinen konnte,
ohne Spott, ohne Reue,
wo ich, ICH sein konnte,
ohne jemanden spielen zu müssen,
es ist das Verständnis,
das ich vermisse.

Meine Tränen werden nun allein vergossen,
in der Dunkelheit meiner Nächte,
doch es ist niemand da,
der sie sieht.

Bielefeld, 07.11.1998

Dein Lächeln

Dein Lächeln,
tat einmal gut.

Doch jetzt …

Eine Berührung deiner Hand
löste wirre Gefühle in mir aus,
hat mich vollkommen aus der Bahn geworfen,
doch jetzt …

Habe gerne mit dir gesprochen,
geredet
oder diskutiert.

Doch jetzt …

Jetzt weiß ich,
denn du hast es mir gesagt,
keine Chance,
keine Hoffnung,
nur grauer Alltag,
denn dein Lächeln,
deine Worte,
deine Liebe gilt nicht mir.

Wie kannst du mir so etwas erzählen
und dann noch auf Verständnis hoffen ?

Und doch,
der Funke,
die Flamme des Lebens,
der Funke der Liebe ist in mir noch nicht erloschen.

Bielefeld, 16.06.1998

Liebeskummer

Ich wünscht,
ich hätte ein wenig Liebeskummer.
Dann könnte ich weinen,
in Sehnsucht zerfliessen.

Doch da ist nichts,
nichts worum es sich zu trauern lohnen würde.
Mein Herz ist leer,
die Hoffnung längst dahin.

Ich wünscht,
ich könnte wieder lieben.
Ehrlich und ohne Argwohn,
naiv und ohne Angst,
vergessen all die Narben …

Bad Pyrmont, 24.01.2004

Such nicht …

Such nicht nach Worten der Trauer,
nach Worten des Bedauerns,
nach Erklärungen,
nach Gründen.

Du wirst sie nicht finden,
nicht hier,
nicht heute,
nicht jetzt.

Da sind keine Worte,
nur Leere.

Der Rest ist mit dir vergangen …

Bielefeld, 24.01.2003

Eine von diesen Nächten

Zuviel Rosenstolz gehört,
und in alten Erinnerungen gekramt.

Den Blick,
sehnsüchtig bei den Sterne,
und in Gedanken,
nur bei dir.

Dabei soll die Zeit doch alle Wunden heilen.
Doch warum bricht sie dann immer wieder auf,
diese Wunde am Herzen,
die so verflucht schmerzt ?

Die Zeit heilt nicht,
sie hilft nicht zu vergessen,
die Zeit,
ist ein grausamer Gesell an deiner Seite.

Mein Herz,
ist immer noch da,
wo ich es vor Jahren hab zurück gelassen.
Mein Herz,
meine Gedanken.
sind immer noch bei dir,
auch wenn ich es leugne …

Bielefeld, 09.02.2003

Danken wollt ich dir

Danken wollt ich dir
für diesen schönen,
doch kurzen Traum.

Für die hellen Bilder in meinem Kopf,
wenn ich an dich dachte
für die Nächte und Tage,
an deiner Seite,
für all die Heiterkeit,
die du in mir ausgelöst,
für die neuen Dinge,
die mir gezeigt …

Doch der Tag ist angebrochen,
der Traum als solcher erkannt,
und vergangen …

Mir ist,
als blickte ich noch immer in die Tiefe deiner Augen.
Träume können manchmal so verflucht real sein …

Gütersloh, 18.12.2002

Manchmal

Manchmal drehe ich mich kurz um,
und dann seh ich immer noch dich,
bleibe kurz stehen,
verharre,
nur Sekunden lang.

Und da ist er wieder,
der Schmerz,
die Erinnerung,
die nicht,
die nie vergeht.

All die Hoffnungen,
versunken im Moor der Illusion,
zieht es zurück,
hinauf an die Oberfläche …

Und so geh ich weiter,
etwas schneller als normal,
fast wie eine Flucht.

Doch so schnell ich auch laufe mag,
so weit meine Beine mich auch getragen,
vergessen kann
und konnte ich nie.

Und nach all den Jahren,
nach all den Qualen,
hätte ich dich jetzt doch,
ganz gerne hier bei mir …

Bielefeld, 2001

Einsamkeit

Einsamkeit
kommt schleichend,
ganz langsam um die Ecke,
siehst sie nicht kommen,
kannst sie nicht fühlen,
riechen,
oder gar spüren.

Jeden Tag,
einen Schritt näher,
näher an dich ran.

Wird zur Normalität,
bemerkst gar nicht wie die Freunde,
Freundinnen weniger werden,
denn in Gedanken,
in deiner Phantasie leben sie weiter,
weiter bei dir,
sind stets präsent wenn du die Augen schließt,
in deiner Nähe, in dir …

Doch dann kommt der Tag,
und die Nacht danach,
wo die sie öffnest.
Dann dein Blick ins Leere schweift,
kein Mensch,
kein Freund mehr im Blickwinkel,
das Sichtfeld nur noch leer …

Verzweiflung wie eine kalte Hand nach deinem Herzen greift,
und du anfängst dich zu wehren.
Doch zu spät, zu abgehoben,
zu weit hast du dich entfernt,
von den Menschen
vom Leben.

Allein stehst du in der Welt,
die du dir geschaffen,
und allein,
wirst du sterben …

Bielefeld, 2002

Das Herz voller Liebe

Das Herz voller Liebe,
doch der Mensch,
der es trägt bleibt allein.
Soviel Gefühl,
doch wem sollt ich schenken,
wer könnt es vertragen,
wer wäre es wert ?

Doch wie mag ich fragen,
wer meiner Liebe wert sein könnt‘,
sollt‘ sie nicht ein Geschenk sein,
ohne Hintergedanken,
ohne Kalkül ?

Ist es nicht die Liebe,
die mich findet,
wie kann ich so vermessen sein,
zu urteilen,
oder gar auszuwählen ?

Das Leben hat keinen Plan,
ist nicht gradlinig,
oder gar berechenbar …

Und so ist die Liebe …

Bielefeld, 05.03.2002

Du fragtest nach einem Gedicht

Du fragtest nach einem Gedicht,
einem Text,
nach Zeilen die dich ablenken,
hinfort tragen aus des Lebens Trübsal.

Und du fragtest nach Ablenkung,
doch wie kann ich dir alle dies bieten ?

Wie kann ich dein Ziel sein,
das Ziel deiner Wünsche,
deiner Träume
deinen Zukunft ?

Sieh in dich,
schließ die Augen …

Die Sterne die du dann siehst,
versprechen dir die Zukunft.
Folge ihnen …

Denn du bist du …

Und glaube mir,
hab keine Angst,
zwischen all den Sternen,
egal wie weit entfernt von Realität und Raum,
ich bin bei dir,
um dich zu fangen wenn du fällst.

Bielefeld, 11.12.2001

Meine Hände

Hier sitze ich,
und schaue auf meine Hände.

Diese zwei Hände,
können zärtlich sein,
über Haut streichen,
ein Kribbeln hinterlassend,
forschend sich den Weg ertasten.

Diese Hände spenden Wärme,
schüren die Lust,
geben Trost und Leben.

Ich sitze hier,
und starre auf meine Hände.

An ihnen kleben Blut und Tränen,
sie können Schmerz zufügen,
sie können quälen,
können Töten …

Doch sind es nicht meine Hände,
nicht diese 10 Finger,
nicht diese Gebilde aus Knochen, Sehnen, Muskeln und Haut.
Letztendlich bin ich es der die Entscheidung trifft,
ob sie Leben spenden oder nehmen …

Hamburg, 18.06.2001

Depression

Vor einer Stunde hast du noch gelächelt,
dein Blick schweifte zum vollen Mond,
hell leuchtend am Firmament.
Nichts,
so dachtest du,
könnte dich nun mehr erschüttern.

Vor einer Stunde noch,
fühltest du das Leben in dir,
wie das Blut warm durch deinen Körper floß,
das Herz kraftvoll schlug.

Doch nun ist der alte Dämon zurück,
seine kalte Hand hat dich gepackt,
fest im Griff.

Plötzlich war alles vorbei,
die ganze Hoffnung,
nur noch Illusion.
Kalt und leer blickst du aus dem Fenster,
Dunkelheit,
wohin dein Blick auch schweift.

Der Telefonhörer liegt vor dir,
zum Greifen nah,
doch wen sollst du anrufen,
was,
kannst du sagen ?

Das es dich wieder erwischt hat ?
Daß du leer und ausgebrannt,
keine Zukunft mehr siehst ?

Allein,
mit deiner Depression,
gefangen in der Leere die dich umgibt …

Hamburg, 11.01.2001

Könnt ich nur …

Könnt ich nur noch einmal,
dich in meine Arme schließen,
dich drücken,
dich küßen,
deine Haut auf meiner spüren.

Könnten wir nur noch einmal eins sein.

Und doch,
es ist gut so,
wie es ist.

Denn würde mein Wunsch wahr,
die Trennung könnt ich nicht noch einmal ertragen.

Hamburg, 24.08.2000

Ich habe angefangen

Ich habe angefangen dich zu vergessen,
doch es mag mir nicht gelingen,
dein Bild vor meinen Augen,
fühle noch immer meine Tränen,
die ich für uns vergossen.

Mag nicht begreifen,
das es vorbei ist,
das es gewesen ist,
nur noch Vergangenheit.

Was schmerzt ist nicht die Erinnerung,
nicht deine Worte.

Was schmerzt ist mein Unvermögen dich jetzt noch zu verstehen,
denn noch vor Wochen konnt ich es.

Hamburg, 21.08.2000

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