Zeit zu gehen

Aller Liebe beraubt,
in einer Zeit voller Kälte,
und kein Mensch der fühlt,
kein Mensch lächelt.

In Zeiten wie diesen,
das Herz zu Eis erstarrt,
die Hoffnung verblaßt zur Unkenntlichkeit,
stand ich an der Klippe.

Hinter mir die Welt,
das Leben, das ich so verachte,
vor mir der Abgrund,
100 Meter nichts und dann der Fels.

Der Fuß erhob sich,
zum finalen Schritt,
die Bewegung die mich von hier forttragen sollt,
ich wollte gehen …

Doch mein Auge fing ein Licht,
ein kurzes Flackern in der Dunkelheit,
ich drehte den Kopf und sah den Mond,
fahl und hell am Himmel.

Der Mond, den ich schon tausendmal gesehen,
doch in dieser Nacht war er mir neu.
War er mir fremd …

Ich trat zurück,
setze mich ins Gras,
schaute ihn an,
und blieb.

Gütersloh, 2002

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.