Von der Sehnsucht

In verräucherten Kneipen,
unter Menschen die nicht denken können oder wollen,
total betrunken,
sich in sinnlosen Diskussionen ergehend,
treibst du dahin,
wie die Planke des längst gesunkenen Schiffes auf dem Ozean.

Tief in dir brennt die Sehnsucht,
versuchst sie zu betäuben,
zu ertränken in Strömen von Alkohol.

Die Augen der Menschen um dich herum sind leer,
ihre Sehnsucht ist erloschen,
gestrandet an einem leeren, trostlosen Strand,
so sitzen sie da,
vor sich das halb leere Glas Bier,
im Aschenbecher verqualmt die Zigarette
und im Kopf nicht ein konstruktiver Gedanke.

Und du bist mitten unter ihnen,
der Sehende unter den Blinden,
und versuchst so zu sein wie sie.

Paderborn, 23.09.1996

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