Die kleine Elfe

Es gibt Menschen die behaupten es gäbe keine kleinen Wesen wie Elfen, Feen oder Kobolde. Sie erklären stattdessen die Welt lieber mit berechenbaren Formeln. Das macht es für sie einfacher, denn Formeln kann man sehen. Wissenschaft kann man anfassen. Glauben nicht. Und wenn man krank wird, dann geht man zum Arzt und läßt sich ein paar Pillen verschreiben. Und die machen einen dann wieder gesund. So denken diese Menschen. Ihnen fällt nicht auf, das kranke Kinder im Schlafe manchmal anfangen zu lächeln. Und das dann ihr Fieber fällt und sie am Morgen gesund erwachen. „Die Pillen haben geholfen“, sagen die Erwachsenen dann gerne. Denn sie haben nicht die kleine Elfe gesehen, in der Nacht, am Bett ihres Kindes. Wie sie ihm zärtlich heilende Worte, die so alt wie die Welt sind, ins Ohr flüsterte. Aber das war schon immer so. Keiner dankte es der kleinen Elfe, denn niemand sah sie. D.h. fast niemand. Denn Kinderaugen sehen mehr. Ihr Gehirn ist noch nicht auf Logik trainiert. Und so macht die kleine Elfe eifrig ihren Job. Und sie tat es mit Freude, das Lächeln der schlafenden Kinder ist ihr Lohn genug. In manchen Zeiten hatte sie mehr zu tun und dann wieder weniger. Nur manchmal konnte selbst ihre Magie nicht helfen. Das macht sie immer sehr traurig. Doch dann dachte sie an die Kinder die nun wieder gesund waren, denen sie geholfen hatte und die denen sie helfen wird, in naher Zukunft.

Und darum erhalte das Kind in dir am Leben, denn wenn du mal krank sein solltest. Es dir schlecht geht. Dann besucht sie dich vielleicht im Schlaf. Und du lächelst. Glaube an das Gute und es wird dich besuchen.

Hamburg, 22.07.2000

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